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Aufträge von der Bundeswehr: So gelingt dem Mittelstand der Einstieg

Der Verteidigungsmarkt wächst, und immer mehr Mittelständler wollen Aufträge von der Bundeswehr. Wer die Bundeswehr aber wie einen normalen Kunden behandelt, scheitert – der Beitrag zeigt, worauf es beim Einstieg ankommt.

4 Min. Lesezeit

Aufträge von der Bundeswehr laufen über das Beschaffungsamt BAAINBw und folgen dem Vergaberecht, nicht der Logik freier Märkte. Wer als Mittelständler einsteigen will, muss drei Dinge klären: die geltenden Wertgrenzen, die Compliance-Anforderungen und den passenden Beschaffungsweg. Die myConsult Defence GmbH aus Syke begleitet Unternehmen bei genau diesem Einstieg.

Der Verteidigungsmarkt wächst so schnell wie seit Jahrzehnten nicht, und immer mehr Mittelständler wollen Aufträge von der Bundeswehr. Fast jeder hat eine Halle, ein Produkt oder eine Idee. Doch viele scheitern, und der Grund ist fast immer derselbe: Sie behandeln die Bundeswehr wie einen normalen Kunden. Das ist sie nicht.

Warum die Bundeswehr kein normaler Kunde ist

Die Bundeswehr denkt nicht in Angebot und Nachfrage. Sie denkt in Beschaffungszyklen, Compliance-Anforderungen, Geheimschutz und Rahmenverträgen. Wer diese Logik nicht versteht, verbrennt Monate mit Anrufen, Bewerbungen und Netzwerk-Events, die zu nichts führen.

Der Einstieg in den Verteidigungsmarkt ist deshalb weniger eine Vertriebsfrage als eine Frage der richtigen Vorbereitung. Ein gutes Produkt allein reicht nicht. Entscheidend ist, ob ein Unternehmen die formalen Anforderungen erfüllt und die Prozesse kennt, nach denen öffentliche Auftraggeber arbeiten.

Wer die Bundeswehr wie einen normalen Kunden behandelt, scheitert nicht am Produkt, sondern am System.

Genau hier liegt der Unterschied zwischen Unternehmen, die ernsthaft Fuß fassen, und solchen, die nach wenigen Monaten frustriert aufgeben. Die einen qualifizieren sich gezielt, die anderen hoffen auf den richtigen Kontakt.

Warum sich der Verteidigungsmarkt gerade jetzt öffnet

Für vorbereitete Unternehmen ist der Zeitpunkt günstig wie selten. Mehrere Entwicklungen treffen zusammen.

Das Verteidigungsbudget wächst rasant

Seit der russischen Invasion in die Ukraine hat sich die sicherheitspolitische Lage grundlegend verändert. Verteidigungsminister Boris Pistorius bezeichnete die Erhöhung der Verteidigungsausgaben als Quantensprung. Damit entsteht die finanzielle Grundlage für eine Beschaffungswelle, die weit über reine Rüstungsgüter hinausreicht.

Neue Regeln beschleunigen die Vergabe

Mit dem Planungs- und Beschaffungsbeschleunigungsgesetz (BwPBBG) hat der Gesetzgeber die Vergabe deutlich vereinfacht. Die abweichenden Verwaltungsvorschriften gelten seit dem 1. August 2025. Bauaufträge zur Deckung der Bedarfe der Bundeswehr lassen sich seither bis zu einem Wert von einer Million Euro netto als Direktauftrag vergeben, und bei Liefer- und Dienstleistungen unterhalb der EU-Schwellenwerte entfällt die bisherige Wertgrenze für Direktaufträge weitgehend. Besonders wichtig für den Mittelstand: Der Anwendungsbereich gilt jetzt für alle Bundeswehr-Bedarfe, also auch für zivile Leistungen wie Sanitätsmaterial, Logistik oder Bauleistungen.

Die Brigade Litauen schafft konkreten Bedarf

Mit der Panzerbrigade 45, der sogenannten Brigade Litauen, stationiert Deutschland erstmals dauerhaft einen kompletten Großverband im Ausland. Rund 5.000 Soldatinnen, Soldaten und zivile Kräfte sollen bis Ende 2027 die volle Einsatzbereitschaft erreichen. Der dafür nötige Host Nation Support, also Infrastruktur, Versorgung und Logistik, erzeugt einen Bedarf, der ausdrücklich auch mittelständische Anbieter erreicht.

Die größten Chancen liegen oft nicht im Rüstungsgut selbst, sondern in den zivilen Leistungen rundherum.

Wie der Einstieg in den Verteidigungsmarkt gelingt

Das Zeitfenster ist offen, aber es bleibt nicht unbegrenzt. Unternehmen, die sich jetzt qualifizieren, sichern sich einen strukturellen Vorteil für Jahre. Drei Schritte sind entscheidend.

Das System verstehen, bevor man verkauft

Bevor das erste Angebot rausgeht, muss klar sein, wie Beschaffung bei der Bundeswehr funktioniert: welche Vergabewege es gibt, welche Nachweise und Zertifizierungen nötig sind und wie Rahmenverträge die Tür zu späteren Aufträgen öffnen. Diese Vorarbeit entscheidet, ob aus Interesse ein echter Auftrag wird. Wer hier strukturiert vorgeht, spart sich die Monate, die andere mit erfolglosen Vertriebsaktivitäten verlieren.

Sich gezielt qualifizieren

Der Verteidigungsmarkt belohnt Verlässlichkeit und formale Sauberkeit. Compliance, Geheimschutz und Dokumentation sind keine Hürden, die man umgeht, sondern Eintrittskarten, die man sich verschafft. Unternehmen, die das ernst nehmen, werden für öffentliche Auftraggeber überhaupt erst sichtbar und ansprechbar.

Compliance ist im Verteidigungsmarkt keine Bürde, sondern die Eintrittskarte.

Mit den richtigen Partnern arbeiten

Den Weg in die Bundeswehr geht kaum ein Unternehmen allein. myConsult begleitet Mittelständler beim strukturierten Einstieg in den Verteidigungsmarkt und arbeitet dabei mit einem auf Bundeswehr-Beschaffung spezialisierten Experten zusammen. Wie das konkret aussieht, zeigt unsere Seite zur Verteidigungswirtschaft.

Der Verteidigungsmarkt öffnet sich, aber er belohnt Vorbereitung, nicht Tempo. Wer die Logik der Bundeswehr versteht und sich jetzt qualifiziert, verschafft sich einen Vorsprung, den spätere Bewerber nur schwer aufholen. Wenn Ihr Unternehmen ernsthaft in den Verteidigungsmarkt will, sprechen Sie uns an.

Häufig gestellte Fragen

Wie wird mein Unternehmen Lieferant der Bundeswehr?
Der Weg führt über die Registrierung auf der Vergabeplattform des Bundes und die Erfüllung der formalen Anforderungen wie Compliance, Geheimschutz und passende Nachweise. Wichtiger als ein einzelnes Angebot ist die saubere Qualifizierung als verlässlicher Partner, oft über Rahmenverträge.

Was hat sich 2025 und 2026 bei der Bundeswehr-Beschaffung geändert?
Mit dem Planungs- und Beschaffungsbeschleunigungsgesetz wurden Vergabeverfahren vereinfacht und Wertgrenzen für Direktaufträge angehoben. Der Anwendungsbereich gilt nun für alle Bedarfe der Bundeswehr, also auch für zivile Liefer-, Dienst- und Bauleistungen.

Welche Chancen bietet die Brigade Litauen für Unternehmen?
Die dauerhafte Stationierung der Panzerbrigade 45 in Litauen erfordert umfangreichen Host Nation Support. Daraus entsteht ein Bedarf an Infrastruktur, Versorgung und Logistik, der auch für mittelständische Anbieter zugänglich ist.

Quellen

Originalbeitrag auf LinkedIn
Bundesministerium der Verteidigung: Neues Gesetz stärkt Verteidigungsfähigkeit
Bundeswehr: Brigade Litauen
Bundeswehr: Vergabe und Lieferant werden

Claus Diers
Über den Autor
Claus Diers ist Inhaber der myConsult OHG, ICF Coach und Change Management Expert. Seit über 35 Jahren begleitet er Konzerne und Mittelständler bei strategischen Veränderungsprozessen.
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